Das Oldenburger Lesben- und Schwulenzentrum des Na Und e.V.

Ziegelhofstrasse 83, 26121 Oldenburg

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Transsexuelle / Transidente und Transvestiten

Kontakt zu Betroffenen und einen Austausch bietet das Lesben- und Schwulenzentrum Oldenburg an jedem zweiten Dienstag im Monat ab 19 Uhr. Hier könnt ihr euch Infos holen, Kontakte knüpfen und einfach mal einen netten Abend verbringen.

Wir sind momentan größtenteils Transfrauen in allen Entwicklungsphasen, einige Transmänner, seltener kommen Transvestiten, aber die Gruppe ist für alles offen, das irgendwie mit Trans* zu tun hat. Probleme und Sachthemen werden bei Bedarf besprochen. Wir sind keine Profis, aber die meisten von uns haben viele Erfahrungen gemacht und Informationen gesammelt. Einige von uns stehen gerne für Öffentlichkeitsarbeit zur Verfügung, zum Beispiel an Schulen.

Nur Mut, wir haben noch niemanden vor die Tür gesetzt!


Was ist das? Wer ist das? Woher kommt das?

Transsexuelle sind ganz normale Menschen, die seit ihrer Geburt "im falschen Körper gefangen" sind.  Transsexualität zeichnet sich durch die dauerhafte innere Gewissheit aus, sich dem anderen Geschlecht zugehörig zu fühlen.  Transsexualität gibt es bei beiden Geschlechtern.  Nicht-Betroffene können sich so etwas nur schwer vorstellen, weil es bei ihnen keinen Widerspruch zwischen dem körperlichen und dem seelischen Geschlecht gibt:  bei ihnen sind Körpergeschlecht und Identitätsgeschlecht im Einklang - anders bei Transsexuellen.  In Deutschland gibt es etwa 80.000 Betroffene, also etwa eine(n) unter Tausend.

Transidentität ist ein anderer Begriff für Transsexualität.  Beide haben nichts mit der sexuellen Orientierung (z.B. Hetero-/Homosexualität) zu tun.

Aufgrund von Unwissen in der Gesellschaft sind Transidente mit vielen Vorurteilen konfrontiert.  Oft beginnen die Probleme in der Kindheit, z.B. wenn kleine Jungs von den Eltern in den Kleidern ihrer Schwester erwischt werden oder kleine Mädchen ihre Kleider zerschneiden.  Betroffenen könnte viel Leid erspart werden, wenn Transidentität schon in diesem Alter erkannt würde.  Weil jedoch bei der Geburt eine Zuweisung des Identitätsgeschlechts zum körperlichen Geschlecht geschieht und daraus ein starker Anpassungsdruck entsteht, finden viele Transidente erst spät den Weg zur Selbstverständlichkeit ihrer Geschlechtsidentität.
Leider kommt es immer wieder vor, dass Transidente sich das Leben nehmen, weil sie dem inneren und äußeren Druck nicht mehr standhalten und nicht den Mut aufbringen, in ihrem Identitätsgeschlecht zu leben.  Schaffen sie es jedoch, sich in Familie und Freundeskreis zu offenbaren, dann bringt der weitere Weg fast immer große Erleichterung.
Die Ursachen für Transidentität sind unklar.  Einigkeit unter den Spezialisten besteht immerhin darüber, dass man nur den Körper der Seele so weit wie möglich angleichen kann, aber nicht umgekehrt - auch wenn dies bis in die 1970er Jahre noch leidvoll versucht wurde.  Um einem häufigen Missverständnis entgegenzuwirken:  Dieser Wechsel des körperlichen Geschlechts geschieht nicht freiwillig;  es ist nichts, wofür man sich entscheiden kann.

Transidentität lässt sich weder an-erziehen noch weg-therapieren!

Es ist jedoch notwendig, sich einem spezialisierten Psychotherapeuten anzuvertrauen.  Dieser kann der betroffenen Person dann Wege und Möglichkeiten zeigen, mit ihrer Transidentität zu leben, und gegebenenfalls medizinische Schritte einleiten.  Darunter fällt die Einnahme gegengeschlechtlicher Hormone, aber auch Bartepilation (bei Mann-zu-Frau) bzw. Brustamputation (bei Frau-zu-Mann) und die Genital-angleichende Operation.  Die Änderung von Vornamen und Personenstand sowie deren Offenbarungsverbot sind in Deutschland vom Transsexuellengesetz (TSG) geregelt.

Transvestiten haben das Bedürfnis, zeitweise Kleider und Verhalten des anderen Geschlechts anzunehmen.  Im Gegensatz zu Transidenten haben sie eine klare Geschlechtsidentität, so dass es keine medizinische Behandlung für Transvestitismus gibt.  Die Betroffenen müssen ihre Neigung ausleben, um seelisch und körperlich gesund zu bleiben.  Transvestitismus läuft meist im Verborgenen ab, ist unabhängig von der sexuellen Orientierung und keine spezifisch homosexuelle Erscheinung.  Genau wie Transidentität lässt sich Transvestitismus weder an-erziehen noch weg-therapieren!
Etwa fünf Prozent aller Männer sind Transvestiten, die meisten sind heterosexuell.  Oft gehen sie ihrer Neigung ohne Wissen ihrer Ehefrauen und Freundinnen nach, aus Angst um Ehe oder Partnerschaft.  Viele Frauen wissen aber auch um den Transvestitismus ihres Partners und tolerieren diese Eigenschaft.  Weibliche Transvestiten sind seltener bzw. fallen nicht auf, da man sich an Frauen in maskuliner Kleidung gewöhnt hat.

diese Information als Flyer (PDF, 63 kB)


Kontakt

Telefon:
0175-7090821     (Vivien; gern auch öfters versuchen, i.d.R. erreichbar von 10 bis 20 Uhr)

E-Mail:   Diese E-Mail-Adresse ist gegen Spambots geschützt! JavaScript muss aktiviert werden, damit sie angezeigt werden kann.

Forum:   In der Online-Selbsthilfegruppe für Transidente trans-forum.de.vu sind einige von uns anzutreffen. Dort wurde auch ein privater Bereich für Mitglieder aus der Region Oldenburg eingerichtet.


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